Begriffe

Ordonnanz
Der Begriff geht auf das französische Wort "ordonnance" (Anordnung, Befehl) zurück. In der österreich-ungarischen Armee verstand man darunter einen Befehlsüberbringer. In der Bundeswehr wird der Begriff in einem ganz anderen Zusammenhang gebraucht: In Offiziers- und Unteroffiziersheimen sorgen Ordonnanzen für den Service.

Portepee
bezeichnet die Unteroffiziersränge ab dem Feldwebel aufwärts ("Unteroffiziere mit Portepee"). Im 18. Jahrhundert war es das hauptsächliche Standesabzeichen der Preußischen Offiziere. Ursprünglich entstammt "porte-épée" aber dem Französischen, heißt "Degenträger" und meinte einen Riemen oder Bügel, der verhinderte, dass dem Fechtenden die Waffe aus der Hand geschlagen wurde
Soldatengruß

Warum grüßen Soldaten?
Da es dem Soldaten aus praktischen Gründen nicht immer möglich ist, seine Kopfbedeckung zum Gruß abzunehmen, hat sich bereits seit Anfang des 18. Jahrhunderts der Gruß durch das Anlegen der Hand an die Kopfbedeckung durchgesetzt. Andere Quellen leiten den militärischen Gruß vom Öffnen des Helmvisiers ab, das unter Rittern als Zeichen der Friedfertigkeit galt. Heute ist der Gruß Teil der militärischen Umgangsformen.

Truppenfahnen
Wann bekam die Bundeswehr ihre Truppenfahnen?
Mit dem Wachbataillon bekam die erste Einheit der Bundeswehr am 7. Januar 1965 eine Truppenfahne verliehen. In den folgenden Monaten erhielten dann auch alle anderen Verbände ihre Fahnen. Die Fahnenmuster sind für die drei Teilstreitkräfte identisch. Sie unterscheiden sich lediglich in dem in der Waffenfarbe gefertigten Fahnenband, auf dem sich auch die Verbandsbezeichnung sowie das Divisionsabzeichen befinden.

Uniform
wurde erstmals im 14. Jahrhundert im Lateinischen Ausdruck "vestitura uniformis" für die einheitliche Kleidung von Rittern verwendet. Im 16. Jahrhundert wurde sie genutzt, um bei Straftaten gegen die eigene Bevölkerung schneller herauszufinden, welcher Kompanie der Übeltäter angehörte. Gut 300 Jahre später trugen Soldaten dann Uniform, um während und nach der Schlacht die eigenen Kameraden besser vom Gegner unterscheiden zu können. Gleichförmige Uniformen im heutigen Sinne gibt es seit der Errichtung stehender Heere Mitte des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts. Deren Aussehen hat sich mit dem Wandel der Kriegsführung jedoch stark verändert. Zog man im 19. Jahrhundert noch bunt und auffällig zu Felde, bevorzugten die Soldaten im Ersten Weltkrieg schon Tarnfarbe.

Verfügungsraum
Der Witz ist wahrscheinlich so alt wie die Bundeswehr: Ein junger Soldat wird von erfahrenen Kameraden an einen möglichst entlegenen Ort in der Kaserne geschickt, um "den Schlüssel für den Verfügungsraum" zu holen. Dabei ist der Verfügungsraum gar kein Zimmer, sondern ein Geländeabschnitt, in dem sich die Truppe auf einen Auftrag vorbereitet und in dem sie sich zur Verfügung hält.

Zapfenstreich
Der Zapfenstreich ist der Beginn der Nachtruhe in den militärischen Unterkünften. Das Wort stammt aus dem Mittelalter, als die Wirtsleute allabendlich zu bestimmter Stunde den Zapfen des Schankfasses "streichen", also dagegenschlagen mussten. Von diesem Zeitpunkt an durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben, die Landsknechte hatten sich in ihre Zelte zu begeben und Ruhe zu halten. Das Trommelsignal zu Beginn dieser Sperrstunde wurde "Zapfenstreich" oder "Zapfenschlag" genannt. Der "Große Zapfenstreich" dagegen ist das höchste Zeremoniell der Bundeswehr - beispielsweise zur Verabschiedung von Spitzenmilitärs in den Ruhestand.

Zulu-Zeit
Die NATO ist ein Bündnis, das sich über mehrere Zeitzonen erstreckt. Damit trotzdem jeder weiß, was beispielsweise während Übungen das Stündchen geschlagen hat, wurde die bündnis-einheitliche "Zulu-Zeit" festgelegt. Sie entspricht der Mitteleuropäischen Zeit minus eine Stunde. In den Monaten der Mitteleuropäischen Sommerzeit ändert sich das Verhältnis jedoch. Durch das Vorstellen der Uhrzeit ändert sich auch das Verhältnis zur "Zulu-Zeit" um eine Stunde. Dann entspricht sie der Mitteleuropäischen Sommerzeit minus zwei Stunden. Die Bezeichnung "Zulu" stammt aus dem NATO-Alphabet und steht für den Buchstaben Z.

Aus BW - Streitkräfte