Frage Soni?

 

Sonarmaate an Bord von „U 34“ (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Björn Wilke)

Wenn der 24-jährige Obermaat gefragt wird, wie er zu seinem Job gekommen ist, zuckt Benjamin Schellschmidt nur die Schultern. „Ich hab mich ganz normal als Unteroffizier beworben und wollte unbedingt zur See fahren. Zunächst wollte ich Sonarmaat auf den „großen Grauen“ – also Fregatten – werden und wurde dann gefragt, ob ich auch Uboot fahren würde. Dafür war ich prinzipiell aufgeschlossen und jetzt bin ich hier.“ Das ging natürlich nicht so schnell, denn nach der normalen Unteroffizierausbildung folgen die Lehrgänge für die Sonarposten.

Hier wird man auf das spezifische System der zukünftigen Einheit ausgebildet. Am Anfang wird die Schulbank mit den Kameraden von allen anderen Schiffen und Booten zusammen gedrückt, dann folgt die vertiefte Ausbildung für das Uboot. „Das ist die Längste von allen, denn für uns ist das Hören unter Wasser überlebenswichtig.“ Nach den insgesamt sechs Monaten und der anschließenden Schülerfahrt von zwei Monaten, bei der man sich an Bord beweisen muss, durfte der „Soni“ – wie er von allen genannt wird – endlich an Bord.

Operationszentrale von „U 34“ (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Björn Wilke)

Nicht nur am Bildschirm

Ist das Uboot getaucht, sitzt Obermaat Schellschmidt während seiner sechsstündigen Wache vor seinem Bildschirm. Bei der Überwasserfahrt dann unterstützt er den fahrenden Wachoffizier auf der Brücke als Ausguck. „Außer bei Nebelfahrt, da bin ich wieder hier unten.“ In jedem Fall ist er das Ohr und Auge für das Boot. Außerdem erledigt er den klassischen Decksdienst. „Auf einem Uboot brauchen wir keine Posten, die nur für das Oberdeck da sind, also machen wir Sonis das mit.“ Beim An- und Ablegen wirft er die Leinen über, pflegt die Anlagen an Oberdeck oder sitzt am Lenkstand, wo geregelt wird, wohin das Boot fährt.

Sonarkonsole im Uboot Klasse 212 A (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Björn Wilke)

Immer auf den Notfall vorbereitet

Das schlimmste, was einem Seefahrer passieren kann, ist ein Feuer oder Wassereinbruch an Bord. Also wird in regelmäßigen Abständen die Bekämpfung geübt. Auch an diesem Nachmittag ertönt der typische Summer und die rote Blitzleuchte alarmiert die Besatzung. Obermaat Schellschmidt springt auf und läuft zu den grellorangenen Anzügen, um mit einem Kameraden so schnell wie möglich das Feuer zu bekämpfen.

Eine weitere Besonderheit auf einem Uboot ist dabei die Benutzung der Atemnotluftanlage (ANA), so dass ohne Atemluftflaschen in den engen Gängen vorgegangen werden kann. „Man läuft durch das Boot und stöpselt sich von Anschluss zu Anschluss, bis man am Brandherd ist.“ Hierfür ist eine besondere Ausbildung von Nöten. Im Tauchbecken wird das blinde Umstecken unter Wasser geübt, damit der Soldat auf den schlimmsten Fall vorbereitet ist. Gleichzeitig wird hier das Auftauchen aus größeren Wassertiefen trainiert. Wenn der Soldat nicht einwandfrei gesund ist, treten hier Probleme auf und die Mitfahrt auf einem Uboot steht in Frage.

Konzentriert vor seiner Sonarkonsole (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Björn Wilke)

Mal sehen was die Zukunft bringt

Benjamin Schellschmidt fährt seit mehreren Jahren an Bord eines Ubootes zur See und hat die Möglichkeit, seine normale achtjährige Verpflichtungszeit zu verlängern und eine Ausbildung zum Sonarmeister zu machen. Im Dienstgrad eines Unteroffiziers mit Portepee kann er an Bord zurückkehren und dann neue Sonarmaaten ausbilden. „Fast jeder von uns wird gefragt, ob er weiterverpflichten möchte, denn die Erfahrung der Soldaten lässt man nicht gerne gehen.“ Wenn die Fähigkeiten und das Interesse vorhanden sind, steht danach sogar dem Aufstieg bis zum Sonaroffizier nichts im Weg. Somit ist der hochqualitative Erfahrungsschatz langjährig