Deutsche und dänische Soldaten üben gemeinsam auf Tender Elbe

 

Vorbereitung für die Übung (Quelle: 2014 Bundeswehr / Katharine Ryske)

Dass bei der „Elbe“ kein Tag dem anderen gleicht und stets neue Herausforderungen, wie etwa Feuer im Schiff oder Wassereinbruch den Tagesablauf im Nato-Verband skizzieren können, wurde am 45. Tag nach der Übernahme der SNMCMG 1 durch Deutschland erneut allgegenwärtig.

Dänische Fregatte eilt zur Hilfe (Quelle: 2014 Bundeswehr / Katharine Ryske)

Dänische Fregatte eilt zur Hilfe

Über die Lautsprecher nimmt die Besatzung drei Mal zwei kurze Töne war. Ein Signal, das nur eins bedeuten kann: Feuer im Schiff. Der Brandabwehrtrupp des Tenders macht sich bereit. Schnell und handlungssicher legen die zur Brandbekämpfung eingeteilten Soldaten ihre Ausrüstung mit Atemschutzgeräten an.

Das Feuer im Schiff hat den ersten Verletzten gefordert. Der in Not geratene Soldat der Besatzung „Elbe“ weist starke Brandwunden auf und ist ohnmächtig geworden. Der schiffsärztliche Bereich des Tenders dringt zum Verletzten vor, um die ersten Hilfemaßnahmen zu leisten. Die aus Dänemark kommende Fregatte „Thetis“ wird währenddessen per Funk zur Unterstützung angefordert.

Verletzter wird versorgt (Quelle: 2014 Bundeswehr / Katharina Ryske)

Wirklichkeit und Schauspiel sind zwei sich gegenüberstehende Begriffe. Auf dem Flaggschiff der SNMCMG 1, dem Tender „Elbe“, sollte das inszenierte Schauspiel der Realität bis ins kleinste Detail ähneln. Für Außenstehende wäre es wohl schwierig gewesen, hinter dem Treiben eine Übung zu erkennen. Deren Ziel war die Hilfeleistung in See mit der zum Nato-Verband gehörenden Einheit „Thetis“. Sprachbarrieren und Koordination der eintreffenden Helfer waren nur einige der zu überwindenden Hürden. Aber auch die interne Ausbildung für die Besatzung der „Elbe“ stand dabei im Vordergrund.

Hilfe für den Tender „Elbe“ (Quelle: 2014 Bundeswehr / Katharina Ryske)

Erfahrungsaustausch und Verständigung

Die Situation an Bord nimmt im Minutentakt an Dramatik zu. Die per Speedboot zur Unterstützung entsandten Soldaten der „Thetis“ haben als helfende Einheit mächtig viel zu tun. Am Ende sind es zwei zu bekämpfende Feuer, eine Leck, durch welches Wasser eindringt und vier Schwerverletzte an Bord des Tenders. Gemeinsam gilt es zwischen dem Flaggschiff und der „Thetis“ diese schier außer Kontrolle geratene Gesamtsituation erfolgreich zu meistern.

Nach fast zwei Stunden endete der realitätsnahe Notfall auf See, die Übung war abgeschlossen. „Es ist sehr interessant und lehrreich gewesen mit anderen Nationen zu üben“, resümierte ein Soldat des Tenders nach dem zu Ende gegangenem Schauspiel. Erfahrungsaustausch und Verbesserungshinweise für die Zukunft standen bei der Hilfeleistung in See auch an erster Stelle. Dass es nicht nur der Besatzung der „Elbe“ Spaß gemacht hat, Erfahrungen dazuzugewinnen und seine eigenen Belastungsgrenzen auszutesten, zeigte die kurze Zeit später eingehende Anfrage der „Thetis“ auf eine hoffentlich in der Zukunft erneut wieder stattfindende Übung.