Einsatz am Horn von Afrika beendet

 

Die „fahrende Tankstelle“ – der Betriebsstofftanker „Rhön“ (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Durch die Versorgung in See („Replenishment at Sea“ = RAS), wie sie die „Rhön“ leisten kann, verlängern sich die Einsatzzeiten der Schiffe enorm. Sie müssen sich nicht auf den Weg in einen Hafen machen und sparen allein damit schon viel Zeit. „Ein weiterer Vorteil ist, dass wir auf See viel schneller betanken können. In den Häfen liefern einzelne Tankfahrzeuge den Kraftstoff und das kann auch schon mal Tage dauern“, erläutert Dirk K., der erste Offizier der „Rhön“.

Doppelter „Boxen-Stopp“ (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Der Tanker kann in See sogar zwei Schiffe gleichzeitig versorgen. Dazu befinden sich mittig im Schiff zwei sogenannte Pfahlmasten mit ihrer Versorgungsplattform, an denen mehrere Schläuche angebracht sind. Die Pumpleistung beträgt bis zu 500 Kubikmeter in der Stunde. Je nachdem was der „Kunde“ wünscht, können Kraftstoff und Wasser innerhalb kürzester Zeit zum anderen Schiff gepumpt werden. „Das ist wie beim Boxen-Stopp“, sagt Kommandant Egon Rhauderwiek weiter. „Auch hier kommt es auf ein eingespieltes Team an.“

Der Dank der Abnehmer ist der Besatzung der „Rhön“ dabei stets gewiss. Ein großes Lob bekam die Besatzung erst kürzlich von der Fregatte „De Zeven Provincien“. „Die Niederländer hatten im Indischen Ozean Flugkraftstoff von uns übernommen und wir haben vorher eine Probe überreicht. Kurz darauf haben sie geantwortet und meinten, dass sie noch nie eine Probe von solcher Qualität bekommen hätten. Wir wären die einzigen, die die Vorgaben für ihren neuen Bordhubschrauber erfüllen würden“, freut sich der Kommandant.

Versorgungsmanöver mit Schiffen aus neun Nationen


Bei der Versorgung der Fregatte „Brandenburg“ (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Am Horn von Afrika hat die „Rhön“ in den letzten drei Monaten 24 Versorgungsmanöver durchgeführt. „Wir haben elf verschiedene Marineschiffe mit knapp 4.500 Kubikmetern Dieselkraftstoff und 186 Kubikmetern Flugkraftstoff versorgt“, fasst Kapitän Rhauderwiek zusammen. Die Abnehmer kamen unter anderem aus der Türkei, Australien, Kanada, Spanien und natürlich aus Deutschland. Mehr als 19.000 Seemeilen hat der Tanker dafür im Einsatzgebiet zurückgelegt.

„Während des Einsatzes haben wir, auch mit Blick auf die extremen klimatischen Verhältnisse, immer wieder unsere Leistungsfähigkeit und Flexibilität zeigen können. Deshalb muss ich meiner Besatzung ein großes Lob aussprechen. Unser Leitspruch: „ ‚Rhön‘- at your service“ konnte hervorragend umgesetzt werden“, sagt Rhauderwiek zum Ende des Einsatzes. Den Dank richtet er auch an die Soldaten des Seebataillons, die den unbewaffneten Tanker, der oft als Einzelfahrer unterwegs war, im Seegebiet schützten.

Der Befehlshaber der Task Force 465 „Atalanta“, Flottillenadmiral zur Mühlen schließt sich an und unterstreicht den besonderen Wert eines eigenen Versorgungsschiffes im Verband. „Der Service unserer ‚Rhön‘ vervielfacht einfach unsere Möglichkeiten. Wir können die Schiffe viel flexibler einsetzen.“

Die „Rhön“ kommt nach Hause (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Die „Rhön“ verabschiedet sich nun aus dem Einsatz – doch für Nachschub bleibt weiter gesorgt. Am 22. Juni verließ bereits der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ Wilhelmshaven mit Kurs auf das Horn von Afrika und wird die Versorgungsaufgaben übernehmen.

Weltweite Einsätze in fast 40 Jahren

Seit ihrer Indienststellung 1977 hat die „Rhön“ schon viele wichtige Einsätze hinter sich gebracht. Nicht umsonst werden die Betriebsstofftransporter der Deutschen Marine auch die „Arbeitspferde der Flotte“ genannt. So kann die „Rhön“ maximal rund 11.000 Kubikmeter Flüssigkeiten in ihren Tanks aufnehmen. Dazu zählen verschiedene Kraftstoffe für Schiffe und Hubschrauber, Schmieröle und Frischwasser.