von der P 3C Orion aus...

 

Alle packen bei der Beladung mit an (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Aufgrund der Hitze im Einsatzgebiet werden die empfindlichen Geräte immer erst kurz vor dem Start in die P-3C „Orion“ geladen. In Djibouti herrschen auch nachts noch über 30 Grad. Die technische Ausrüstung am Flugzeug wird noch einmal überprüft. „Vor dem Flug kontrolliere ich beispielsweise die MX-20 Kamera und schaue mir die ESM-Antennen an“, erklärt Stabsbootsmann Thorsten H.

MX-20 steht dabei für ein elektro-optisches Kamerasystem, das in „HD“ aufzeichnen kann und hochwertige Bilder für die Luftbildauswertung liefert. „ESM“ steht für „Electronic Support Measures“ - das sind elektronische Unterstützungsmaßnahmen. Mittels der „ESM“-Antennen können Funkemissionen erfasst, aufgezeichnet und ausgewertet werden.

„Jetzt überprüfe ich noch in der Maschine, ob alle Systeme funktionieren, die ich für die Aufklärung brauche“, erläutert Stabsbootsmann H. und betritt die Leiter des Flugzeugs.

Kurz vor dem Start kommt die Crew zu einem letzten Briefing zusammen. Details zur Flugroute und zum Auftrag werden bekannt gegeben. Ein letztes Mal wird überprüft, ob das Material sicher verstaut ist. Dann kann es losgehen - die Maschine hebt ab.

Drei Arbeitsplätze


Operator Stabsbootsmann Thorsten H. am Ausguck (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Thorsten H. nimmt auf dem Sitz des Ausgucks im hinteren Bereich des Luftfahrzeugs Platz. Mit einem Fernglas schaut er durch die konvexe Glasscheibe. „Ich halte nach anderen Flugzeugen, Schiffen und Booten Ausschau“, erklärt er. „Wenn wir Kontakte entdecken, helfe ich bei der Identifizierung“, fügt er hinzu und dreht sich wieder zum Fenster.

Nach zwei Stunden wechseln die Operator im Flieger ihre Arbeitsplätze. „Wir arbeiten während eines Fluges an drei verschiedenen Plätzen. Wir besetzen den Ausguck, den ESM-Arbeitsplatz und bedienen Radaranlage und Kamera“, beschreibt er, während er sich an die Anlage setzt und das Bild der MX-20 Kamera verfolgt. Die gesamte Crew steht während des Fluges über die Bordsprechanlage miteinander in Verbindung.

Kleine Dörfer an der Küste Somalias (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

„Als anstrengend empfinde ich die gleichzeitige Bedienung von Radar und Kamera, weil ich mich dabei parallel auf zwei Sensoren konzentrieren muss“, merkt der Stabsbootsmann an. Vor ihm sind zwei Monitore und diverse farbige Anzeigen zu sehen. Mit der rechten Hand umfasst er einen Joystick und steuert die Kamera. „Mit ihr können wir am Tag und im Infrarot-Modus auch bei Nacht sehen und Aufklärungsergebnisse liefern“, erklärt er.

Durch die moderne Optik ist eine Beobachtung aus vielen Kilometern Entfernung aus der Luft möglich. Schiffe, Boote, Menschen, selbst kleinste Hütten können im Flugzeug genau betrachtet werden.

Jährlicher Nachweis der Fähigkeiten

Die Arbeitsabläufe hat sich der 44-jährige in drei Jahren im fliegerischen Dienst erarbeitet. Als Besatzungsmitglied muss er jedes Jahr verschiedene Nachweise erbringen. „Dazu zählen ärztliche Untersuchungen und Lehrgänge wie ‚Überleben auf See‘ “, führt er beispielhaft an. „ Außerdem muss ich jedes Jahr nachweisen, dass ich in der Lage bin, unter Berücksichtigung der geltenden Bestimmung zu fliegen“, sagt er zusammenfassend.

Anflug auf Djibouti (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)

Rund neun Stunden später, im Anflug auf den Flughafen von Djibouti, nimmt die Crew wieder ihre Sitzplätze ein und schnallt sich an. Nach der Landung wird das Bildmaterial an einen Luftbildauswerter übergeben. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn schon übermorgen steht der nächste Flug auf dem Plan.