Gegen Sprengminen

 

Mit dem Speedboot zum Einsatzort (Quelle: 2014 Bundeswehr / Matthias Letzin)

Besonders betroffen ist dabei die etwa 17 km lange Kieler Förde und bedarf somit einer stetigen und gründlichen Überprüfung auf alte Munitionsreste. Fregattenkapitän Fritz-Rüdiger Klocke erklärt die Dimension dieser Problematik: „In den letzten Jahren lag der Kontakt mit alten Minen im dreistelligen Bereich. Von diesen Kontakten konnten über 80 als Großmunition identifiziert werden.“ Aus diesem Grund besteht auch seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein.

Letzte Anweisungen vor dem Taucheinsatz (Quelle: 2014 Bundeswehr / Matthias Letzin)

Zusammenarbeit mit den Minentauchern

Für die Beseitigung dieser Altlasten werden die Minentaucher der Deutschen Marine herbeigezogen. Die speziell ausgebildeten Soldaten ermöglichen eine rasche und saubere Beseitigung der alten Sprengladungen. Dennoch ist die Dauer einer einzelnen Operation niemals vorherzusehen und stark wetterabhängig.

Das weiß auch Obermaat Rene K. Er gehört selbst zur Minentaucherkompanie und ist ein „alter Hase“. Dennoch hat er immer hohen Respekt vor seiner Aufgabe, die einiges abverlangt und nicht nur am Tag des eigentlichen Einsatzes: „Körperliche Fitness und ein starker Wille ist hier unabdingbar. Wir trainieren jeden Tag hart, um den Aufgaben die an uns gestellt werden, gerecht zu werden.“

Auswertung der Bilder in der Operationszentrale (Quelle: 2014 Bundeswehr / Matthias Letzin)

Arbeit mit modernsten Mitteln

Zur Identifizierung und Markierung der Minen werden die Minenjagdboote der Deutschen Marine eingesetzt. So operiert auch die „Überherrn“ in der Kieler Förde und ist maßgeblich an der Minenräumung in deutschen Gewässern beteiligt. Mit modernsten Mitteln, beispielsweise der HUGIN AUV Sonar-Drohne, wird den Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg der Kampf erklärt.

In der Operationszentrale der Minenabwehreinheit werden die Bilder der Drohne ausgewertet und über das weitere Vorgehen entschieden. Alles routinemäßig und durchorganisiert. Fehler dürfen hier nicht auftreten. Die gesamte Besatzung der „Überherrn“ bildet ein eingespieltes Team. Jeder kann sich auf jeden verlassen: „Ständiges Üben aller Abläufe hilft uns in schwierigen Situationen ruhig und konzentriert zu bleiben. An einem guten Tag ist es möglich vier Minen zu bergen und abzutransportieren“, so Fregattenkapitän Klocke.

Die Gefahren, welche von den Altlasten des letzten Weltkrieges ausgehen, sind auf keinen Fall zu unterschätzen. Denn jede entschärfte Mine bedeutet auch einen weiteren Schritt zu mehr Sicherheit in unseren Gewässern.