Neuer Kurs für den EAV 2014

 

Versorgungsmanöver in See (Quelle: 2014 Bundeswehr / Fregatte „Hamburg“)

Ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen bewegte sich über dem Atlantik in Richtung Skandinavien, genau in die Richtung, in die die EAV-Einheiten ihren Kurs steuerten. Am Montag und Dienstag wurden die Wetterexperten immer konkreter in ihren Vorhersagen. Ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten bis zur Orkanstärke würde am Ende der Woche zwischen der Nordspitze Englands und Island hindurch in Richtung Skandinavien ziehen.

Konnten die Übungsvorhaben mit der norwegischen Marine wie Speedbootabwehr, Schießen mit den Bordgeschützen oder Flugabwehrübungen mit Kampfjets noch wie geplant bis Mittwochmittag durchgeführt werden, hieß es nachmittags bereits: „Hart Backbord, neuer Kurs 180 (Süd)“. Diese Entscheidung hatte sich der Verbandsführer, Kapitän zu See Gunnar Jopp, wahrlich nicht leicht gemacht, denn die Kursänderung zog natürlich eine gehörige Umplanung mit sich. Anstatt auf dem Weg nach Irland Schottland nördlich zu passieren, mussten nun die Navigatoren an Bord den südlichen Kurs rund um England berechnen.

Nicht zum Polarkreis

Neben allen militärischen und seemännischen Übungen, die von der Kursänderung betroffen waren, wurden die Planungen auf den Einheiten zu einem ganz anderen Vorhaben jäh beendet: dem Überfahren des Polarkreises. Ein Erlebnis, dem alle schon entgegen fieberten. Einmal über den Polarkreis gefahren zu sein, das können nicht viele Seefahrer von sich behaupten. Weniger als 90 Seemeilen vor dem Ziel fiel die Entscheidung. Besonders den an Bord befindlichen Offiziersanwärtern war die Enttäuschung anzusehen.

Denn für sie endet das Bordpraktikum am 13. März in Dublin. Parallel dazu wird der zweite Ausbildungstörn der Offiziersanwärter in der irischen Hauptstadt eingeschifft. Dieser Termin ist fest und kann nicht verschoben werden. Also lautete die Entscheidung: „Volle Kraft voraus“ und ab durch den Englischen Kanal, um pünktlich in Dublin einzutreffen.