„Gorch Fock“:

 

Das Schiff fährt eine Halse (Quelle: 2014 Bundeswehr / Segelschulschiff „Gorch Fock“)

Nach 14 Tagen Segelvorausbildung auf der „Gorch Fock“ im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa hieß es nun endlich Leinen los und raus in die Weiten des Atlantiks. Bereits beim Auslaufen stellten wir unser bisher Gelerntes unter Beweis und setzen kurz nach dem Passieren der Molenköpfe die Segel. Unter der Begleitung von einigen Tümmlern ließ wir uns aufs weite Meer hinaus tragen. Jedoch bereits nach wenigen Seemeilen kämpften einige von uns mit der berüchtigten Seekrankheit. Die Sanität und auch die nun liebgewonnene und geschätzte Hängematte unterstützen uns dabei jedoch mit Kräften.

Seesack nähen in den Gemeinschaftsräumen (Quelle: 2014 Bundeswehr / Segelschulschiff „Gorch Fock“)

Für uns Offizieranwärter war alles neu: Die Bewegung des Schiffes, die Unterrichte wie Seemannschaft und Meteorologie, mindestens einmal Reinschiff pro Tag, praktische Unterrichte wie Seesacknähen und Knotenkunde, Leistungsnachweise in einem schaukelnden Klassenzimmer, Hineinschnuppern in die Navigation, Segelmanöver mit nur einer kleinen Gruppe und vieles mehr. Zwar stellten wir fest, dass sich die echte Praxis doch irgendwie anders anfühlte, unsere Handgriffe aber von Mal zu Mal routinierter wurden.

Hockeyturnier auf ungewöhnlichem Spielfeld (Quelle: 2014 Bundeswehr / Segelschulschiff „Gorch Fock“

Nach etwa zehn Tagen Seefahrt ging die „Gorch Fock“ vor der portugiesischen Küste vor Anker. Und als kleine Belohnung für die ersten Tage auf See fand am Nachmittag ein kleines Hockeyturnier statt. Die ganze Besatzung war guter Laune und es wurde auf einem ungewöhnlichen Spielfeld um den Großmast hart aber fair gekämpft. Zum krönenden Abschluss des Tages wurde gemeinsam an Oberdeck Pizza gegessen und in einem improvisierten Open Air Kino der Wunschfilm des Siegerteams gezeigt. Am Tag vor dem Einlaufen in Portimao fanden nun die „Gorch Fock Wasserspiele“ statt, denn ein ganzer Tag Reinschiff stand auf dem Programm. Die Segel wurden hafenmäßig gepackt und alle Aufbauten geputzt, alle Messingteile an Bord auf Hochglanz poliert und die Holzteile mit Holzpolitur bearbeitet. Auf dem Hüttendeck wurde ein Zelt aufgebaut und alles für den kommenden Empfang vorbereitet. Nun konnten wir gut vorbereitet mit einem Lotsen in unseren zweiten Hafen der Tour einlaufen.