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Ausgemustert

Flugkörperschnellboot TIGER-Klasse (148)

Diese Boote sind seit gut 25 Jahren im Dienst und waren ursprünglich für die Überwasserkriegführung in Nord- und Ostsee konzipiert. Zwischenzeitlich sind sie mehrfach nachgerüstet worden, um den neuen Herausforderungen, beispielsweise für Einsätze im Mittelmeer oder dem Atlantik, gewachsen zu sein.



Ein Flugkörperschnellboot der Tiger-Klasse

Ausgerüstet mit verschiedenen Radar-und Feuerleitanlagen konnten gegnerische Einheiten frühzeitig aufgeklärt und bekämpft werden. Der automatisierte LINK 11-Datenfunk diente der schnellen Lagebildübermittlung. Zum Eigenschutz standen elektronische Störmaßnahmen, Radarscheinziele und Infrarot-Täuschkörper zur Verfügung.

Technische Daten

* Maße (Länge /Breite /Tiefgang): 47,0 m / 7,0 m / 2,7 m

* Einsatzverdrändung: 265 t

* Max. Geschwindigkeit: 36 kn

Antriebsanlage

* 4 Dieselmotoren mit 8800 kW / 12000 PS, 4 Antriebswellen

Bewaffnung

* 1x 76 mm OTO-Melara Geschütz

* 1x 40 mm Bofors Geschütz

* 4x Seezielflugkörper MM 38 EXOCET

* Minenlegekapazität

Ausrüstung

* Seeraumüberwachungsradar

* Navigationsradar

* Radar-, Führungs- und Waffenleitsystem PALIS

Besatzung

* 30 Personen

ehemalige Einheiten, Geschwader und Standorte

P 6146 S46 FUCHS 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz

P 6148 S48 LÖWE 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz

P 6156 S56 DOMMEL 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz

P 6157 S57 WEIHE 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz



Schnellboot ALBATROS-Klasse (143)

Die Schnellboote der ALBATROS-Klasse sind mit vier EXOCET Flugkörpern und zwei 76mm Geschützen ausgerüstet.. Die Feuerleitanlagen erlauben die Bekämpfung von vier Zielen zur gleichen Zeit und sichern den Booten zusammen mit den Radarscheinzielen und Infrarot-Täuschkörpern eine gute Durchsetzungs- und Überlebensfähigkeit. Diese wird durch eine Ausrüstung zur elektronischen Kampfführung weiter erhöht. Ebenso wie die anderen Schnellbootklassen sind auch die ALBATROS-Boote in der Lage, mit anderen Kriegsschiffen, dem Marine-hauptquartier sowie den AWACS-Frühwarnflugzeugen eine Datenfunkverbindung in Echtzeit herzustellen.

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Schnellboote der ALBATROS-Klasse (143)

Technische Daten

* Maße (Länge /Breite /Tiefgang): 57,6 m / 7,8 m / 2,6 m

* Einsatzverdrändung: 398 t

* Geschwindigkeit: 40 kn

Antriebsanlage

* Leistung: 13.235 kW (18.000 PS)

Bewaffnung

* 2x 76 mm OTO-Melara Geschütze

* 4x Seezielflugkörper MM 38 EXOCET

Ausrüstung

* Seeraumüberwachungsradar

* Navigationsradar

* Automatisiertes Gefechts- und Informationssystem für Schnellboote (AGIS)

* Radarerfassungs- und Täusch-/ Störanlage (OCTOPUS)

* Funksende- und Empfangsanlagen

Besatzung

* 40 Personen

ehemalige Einheiten, Geschwader und Standorte

P6111 S61 ALBATROS

P6112 S62 FALKE

P6113 S63 GEIER

P6114 S64 BUSSARD

P6115 S65 SPERBER

P6116 S66 GREIF

P6117 S67 KONDOR

P6118 S68 SEEADLER

P6119 S69 HABICHT

P6120 S70 KORMORAN

Die letzten beiden Schnellboote der ALBATROS-Klasse wurden am 13. Dezember 2005 im Warnemünder Marinestützpunkt HOHE DÜNE feierlich außer Dienst gestellt. Bei der Zeremonie, in der das Marinemusikkorps Ostsee unter anderem „It’s time to say good bye“ spielte, wurde den Beteiligten trotz eisigen Windes warm ums Herz.

Die Boote waren seit 1977 im Dienst der Deutschen Marine und wurden nun nach Tunesien verkauft. Nachdem Flaggen, Wimpel, Glocken und Namensschilder feierlich von Bord getragen waren, erklang die deutsche Nationalhymne. Anschließend wurden die Boote unter den Namen HASDRUBAL (ein ehemaliger karthagischer Feldherr) und GISCON (Herr der Handelsschiffe in Neu-Karthago) von der tunesischen Marine in Dienst gestellt.

Der Zeremonie wohnten als Gäste unter anderem hochrangige Vertreter der tunesischen Marine und Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung sowie der Chef des Stabes des Marineamtes und ehemaliger Kommandeur der Schnellbootflottille, Flottillenadmiral Hubert Haß, bei.

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Das letzte Streichen der deutschen Gösch

In seiner Ansprache stellte der A3 der Schnellbootflottille, Kapitän zur See Matthias Kähler, die wechselvolle Geschichte der Boote heraus und übergab sie danach symbolisch an die tunesische Marine. Zahlreiche Besucher der Patenstädte Schönau am Königssee und Mühlheim an der Ruhr nahmen tief ergriffen Abschied von „ihren“ Booten.

Beim Ausmarsch der Besatzungen wurden die nun ehemaligen Kommandanten nach Art der Schnellbootfahrer mit weißen Sternen aus der Signalpistole verabschiedet. Sichtlich bewegt gingen danach die Besatzungen auseinander. Längst sind die Seesäcke gepackt und die Zukunft, ob militärisch oder zivil, geplant. Trotzdem wurde das eine oder andere Auge feucht, denn eine Ära ist jetzt unwiderruflich zu Ende gegangen.

Die letzten beiden Schnellboote der Klasse 143 und damit die letzten Einheiten mit der Fähigkeit zum Torpedoangriff gegen Überwasserziele sind außer Dienst gestellt und nach Tunesien verkauft. Damit werden Torpedos in der Deutschen Marine nur noch von Ubooten und Fregatten sowie Ujagdflugzeugen und –hubschraubern eingesetzt. Schnellboote mit diesen Eigenschaften, welche ja eigentlich "die Torpedoträger" waren, sind nun Geschichte.

Die Klasse 143 oder ALBATROS-Klasse ist nach dem ersten Boot S61 ALBATROS benannt. Insgesamt wurden zehn Boote dieses Typs von den Bauwerften Lürssen in Bremen-Vegesack und Kröger in Rendsburg an die Marine abgeliefert und zwischen 1976 und 1977 in Dienst gestellt. Sie lösten damit die noch aus den fünfziger 50er Jahren stammende SEEADLER-Klasse (Klasse 141, ähnlich wie JAGUAR-Klasse, Klasse 140) ab, die als Hauptbewaffnung über vier Torpedorohre und zwei 40 mm-Geschütze verfügen.

Daran wird deutlich, dass die Priorität der neuen ALBATROS-Klasse nicht mehr bei der Torpedobewaffnung, sondern bei den Flugkörpern MM38 EXOCET lag. Daher stammt auch der Fachbegriff Flugkörperschnellboot. Die Boote, deren Rümpfe aus vierfach verleimten Holz bestehen, bekamen ihre Raubvogelnamen erst mit einem Befehl vom 18.01.1982. Die Baukosten der gesamten Bootsklasse beliefen sich auf seinerzeit 938 Mio. DM.

Die Antriebsanlage war mit vier schnelllaufenden 16 Zylinder-Diesel-Motoren so dimensioniert, dass sie Fahrleistungen bis zu 40 Knoten ermöglichte. Die vier Motoren, die fast baugleich in Lokomotiven der Deutschen Bahn im Einsatz sind, haben eine Spitzenleistung von insgesamt 18.000 PS und wirken auf vier Wellen. Die Bewaffnung besteht neben den zwei Torpedorohren und vier Startern für die EXOCET-Flugkörper aus zwei 76 mm-Artilleriegeschüzen OTO-Melara, der Täuschkörperwurfanlage HOT-DOG zur Flugkörperabwehr und der Düppelausstoßvorrichtung WOLKE.



Quelle PIZ